Rwanda Raining

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in meinem Zimmer im Lweza Trainings and Conference Center in der Nähe von Kampala/Uganda. Es ist 8:30 morgens, und ein kräftiger Tropenregen ist an diesem Morgen niedergegangen. Vermutlich wird der Regen innerhalb der nächsten Stunde aufhören, der Himmel ist möglicherweise noch eine Weile bedeckt, aber dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sonne für den Rest des Tages scheinen. Das nennt man in Uganda Regenzeit.

Wenn es in Rwanda regnet, kann der Regen auch schon einmal drei Tage anhalten. So habe ich es jedenfalls am vergangenen Wochenende erlebt. Tatsächlich stammen 25 Prozent des Wasserzuflusses des Viktoriasees aus dem kleinen Rwanda. Da Rwanda darüber hinaus fast ausschließlich aus Hügelland besteht, gibt es viele Flüsse, die zur Stromerzeugung genutzt werden.

Über einen Kontakt, den ich in Kigali hatte, lernte ich einen freien Mitarbeiter der niederländischen SNV kennen, die vergleichbar mit der deutschen GIZ ist. Von ihm lernte ich, dass nur 19 % der rwandischen Bevölkerung über einen Stromanschluss verfügen. Damit liegen sie noch gut über dem Durchschnitt in Sub-Sahara-Afrika, der bei ca. 15 % geschätzt wird. Die vielen fließenden Gewässer, über die das Land verfügt, sind eine große Chance, den Bedarf durch Kleinstwasserkraftwerke (Pico Hydro Plants – PHP) zu decken. Die Leistung dieser Anlagen rangiert 0,8 bis 50 Kilowatt.

Ich lernte auch, wie der Weg zum Bau eines PHP aussieht. Der erste Schritt ist eine Bedarfsanalyse. Wieviele Haushalte, wieviel Personen, wieviel Schulen, etc. Üblicherweise wird diese Aufgabe von NGOs (Non Government Organization) übernommen, die mit einem sozialen Auftrag in diesem Gebiet unterwegs sind.

Danach folgt eine Machbarkeitsstudie. Es muss berechnet werden, wieviel Energie durch einen Flusslauf nutzbar ist. Auch sind die Alternativen Wasser und Sonne zu vergleichen. Die Kosten für eine Kilowattstunde sind in ähnlicher Höhe. Die Investitionskosten für Wasserenergie sind recht hoch, benötigt wird ein Staudamm, eine Turbine, ein Generator, sowie weitere Anlagen, um den Strom in die richtige Spannung zu transformieren. Photovoltaik benötigt hingegen ein paar Solarpanels, die sehr preiswert sind, einen Konverter und Batterien zu Speicherung. Letztere sind die Kostentreiber in den Betriebskosten eines Solarkraftwerks, da sie in der Regel alle ein bis zwei Jahre ausgewechselt werden müssen. Die Nutzbarkeit eines Solarkraftwerks ist außerdem sehr vom Wetter abhängig, und in Rwanda scheint nicht immer die Sonne.

Sind Bedarf und Machbarkeit festgestellt, muss die Finanzierung gesichert werden. Damit ein PHP-Projekt förderungswürdig ist, müssen 30 % der Investitionskosten durch diejenigen erbracht werden, denen das Kraftwerk zu Gute kommt. Das kann zum Beispiel durch Anteilsscheine geschehen, die später zu einem ermäßigten Verbrauchstarif berechtigen. Der Rest wird durch Beteiligungen aus der Privatwirtschaft sowie über Zuschüsse finanziert. Insbesondere der Anteil der lokalen Bevölkerung erfordert viel Überzeugungsarbeit, weil es keinen Gebietsschutz für das Versorgungsgebiet gibt. Die Genehmigungen werden für einen bestimmten Flussabschnitt erteilt, die Versorgungsfläche ist nicht definiert, sodass es zum Konkurrenzkampf kommen kann.

Im Zuge dieses sehr informativen Gesprächs, das in einem Café stattfand, wurde ich an einen weiteren Experten weitergeleitet, der bei der GIZ arbeitet. Am nächsten Tag fand ich mich in einem Großraumbüro im 9. Stock des Kigali City Towers, der auf der Spitze des zentralen Hügels der Stadt erbaut worden ist. Die GIZ ist weltweit tätig, um staatliche Förderung mit privatem Investment zu verbinden. In Kigali gibt es eine Institution namens EWDEV – Energy & Water Development, die mit 23 internationalen Organisationen zusammenarbeitet. Führend in diesem Programm ist die GIZ. Seit 2010 wurden über dieses Programm 4 Projekte im Micro-Bereich (100KW bis 1MW) realisiert. Im August 2014 wurden 9 weitere Projekte ausgeschrieben, die inzwischen im Bau sind. Im Dezember 2014 werden weitere 9 Projekte ausgeschrieben. Die Bedingungen für eine erfolgreiche Bewerbung sehen ein Eigenkapital von mindestens 15% vor. Gefördert werden durch die GIZ bis zu 50%. Der Rest kann über Kredite finanziert werden.
Auch die GIZ fördert PHP im Bereich bis 100 KW mit bis zu 70 %. Allerdings wird der Zuschuss erst dann gezahlt, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen ist. NGOs sind von dieser Förderung ausgeschlossen, wenn sie bereits eine andere staatliche Unterstützung erhalten, z.B. durch Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Zwei weitere Begegnungen in Kigali sind erwähnenswert. Ich lernte zwei Mitarbeiter der Firma Solarkiosk aus Berlin kennen, die es Kleinunternehmern in Afrika ermöglichen, einen kleinen Laden zu betreiben, mit dem sie im besten Sinne des Wortes u.a. Strom verkaufen.

Die freundlichste Begegnung hatte ich mit einem deutschen Berater im Ruhestand, der mich eines Tages in seinem wunderschönen Eigenheim, das er mit seiner rwandischen Ehefrau und zwei Kindern bewohnt, bewirtete. Später zeigte er mir eine Kooperative, die – durch ein Projekt der SNV gefördert – effiziente Holzöfen für den Hausgebrauch mit sehr einfachen Mitteln produziert. Diese Öfen sind für jedermann erschwinglich. Mit seinem Projekt wurden Vertriebswege und Trainings für die sachgerechten Gebrauch entwickelt.

Rwanda – Der Name

Am Samstag, den 25. Oktober 2014 habe ich morgens in Hamburg einen Flieger bestiegen und war am Abend in Kigali, das ist die Hauptstadt von Ruanda. Ich kam an, fand ein Taxi, und war kurze Zeit später im gebuchten Hotel, das ich bereits im Voraus bezahlt hatte. Der Taxifahrer akzeptierte seine Bezahlung in Euro, das Abendessen ließ ich aufs Zimmer schreiben. Die Leute im Hotel sind absolut freundlich und zuvorkommend. Das Infinity Hotel Kigali hat meiner Meinung nach ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Am nächsten Tag machte ich mich nach dem Frühstück auf, um Geld umzutauschen und eine rwandische SIM-Karte zu erwerben. Die Dame an der Rezeption erklärte mir, wie ich die Bank finde, die sonntags zumindest am Vormittag geöffnet hat. Ein Fußmarsch von c. 1,5 km bergauf lag vor mir, da kann man schon ins Schwitzen kommen. Schließlich hatte ich die Bank erreicht, wo ich ein paar Euroscheine in Rwanda-Franc tauschen wollte. Dabei wurde ich nach meinem Pass gefragt und bekam einen Schrecken. Ich hatte weder den Pass noch die Kopie, die ich vorher angefertigt hatte, dabei. OK, ob ich denn bitte meinen Namen und die Nummer meines Passes aufschreiben möge. Meinen Namen kenne ich auswendig, die Passnummer nicht. OK, Name reicht, und ich bekam meine Rwanda-Francs.

Wie gut ist es also, einen Namen zu haben. Das wurde mir am Nachmittag nochmal bewusst, als ich das Genocide Memorial besuchte. Ruanda hat vor 20 Jahren den Tiefpunkt seiner Geschichte erlebt, als ca. 2 Millionen Tutsi brutal ermordet wurden. Auf einem Hügel gegen über der Stadtmitte von Kigali gibt es ein Massengrab, und an diesem Ort wurde eine Gedenkstätte errichtet. Eine Ausstellung führt durch verschiedene Stationen dieser schrecklichen Geschichte, beginnend in der Zeit vor der Kolonialisierung.

Die traditionelle ruandische Gesellschaft bestand aus ca. 17 Clans. Die Einteilung der einzelnen Clans in Hutu und Tutsi war eine Art Klasseneinteilung, Wechsel in beide Richtungen waren durchaus möglich. Im 19. Jahrhundert wurde Ruanda zu einer deutschen Kolonie, nach dem Ersten Weltkrieg bis 1960 war es unter belgischer Verwaltung. Die katholische Kirche, die sich in dieser Zeit durchsetzte, entwickelte eine Theorie, dass es mit dem Alten Testament begründbar sei, dass Hutu bessere Menschen als Tutsi seien. Damit war eine Spaltung vorhersehbar. 1959 führte die belgische Verwaltung einen Personalausweis ein, der jeden einer dieser beiden Gruppen zuordnete. Die Tutsi wurden auf diese Weise immer mehr zu einer rassistisch verfolgten Minderheit. Dem Völkermord, der bereits im Jahre 1990 begann und von der Weltöffentlichkeit wissentlich ignoriert wurde, gingen staatliche Gesetze voraus, die mit den Ariergesetzen der Nazis in den 1930er Jahren sehr viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Im oberen Stockwerk des Gebäudes gibt es einige sehr eindrucksvolle Ausstellungen. So werden z.B. Fotos von Kindern ausgestellt, darunter eine Art Steckbrief mit Lieblingsessen, Lieblingsspielen und dann steht da z.B. „wurde in einer Kirche bei lebendigem Leibe verbrannt“. Man kann nicht zu viel davon lesen, es treibt die Tränen in die Augen und ich stehe fassungslos vor der Tatsache, dass der Großteil eines Volkes zu brutalen Mördern werden kann. Und das nicht nur in Ruanda, auch in Deutschland ist sowas ja passiert und es hängt uns auch noch nach fast 70 Jahren nach.

Um das Gebäude herum sind ein paar sehr schöne Gärten angelegt, und die Architekten haben sich dabei viel gedacht. Es gibt einen Garten, der die Zeit vor der Zwietracht wiederspiegelt, dann einen Garten der Zwietracht, aber auch einen der Versöhnung. Direkt daran grenzen die Massengräber. Graue Betonplatten, unter denen über 100.000 Tote begraben sind.

Eine schwarze Wand daneben enthält Namen. Ja die namenlosen Opfer haben hier einen Namen bekommen. Wichtig ist zuletzt der Name, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Ähnlich wie mein Name beim Geldwechsel die wichtigste Rolle spielte.

Die Fahrt mit dem Heissluftballon

Es war am 1. August des vorigen Jahres. Ein wunderschöner Sommertag. Am Abend saßen mein Schatzerl und ich auf der Terrasse und ließen uns ein paar Butterbrote schmecken. Während wir das Abendessen genossen, kam ein Ballon auf unser Haus zu. Zu unserem Bedauern befanden wir uns nicht in der Gondel, dabei hatten wir ernsthaft in Erwägung gezogen, an diesem Tag eine Ballonfahrt zu buchen.

Ein paar Monate später, das neue Jahr hatte bereits begonnen, gingen wir dieses Vorhaben erneut an, und machten diesmal Nägel mit Köpfen. Eine einfache Online-Anmeldung, und wir hatten unsere Plätze für den 16. Mai gebucht, falls das Wetter mitmachen würde. Denn eine Ballonfahrt kann nur bei wenig Wind und Turbulenzen stattfinden.

Und das Wetter MACHTE mit! Eine ganze Stunde brauchten wir für die Vorbereitungen. Aus einem Paket von ca. 1,5 m Durchmesser entstand ein Gebilde, das aufgeblasen eine Höhe von ca. 40 Meter hatte. Zunächst wurde der Ballon mit kalter Luft aus einem Ventilator aufgeblasen, den ich halten durfte. Als er prall genug war, wurde der Gasbrenner gezündet, und langsam richtete sich die Stoffhülle auf. Währenddessen lag der Korb mit der Öffnung zur Seite auf dem Gras, einige Fahrgäste durften sich schon reinlegen. Schließlich hieß es Einsteigen für alle.

Der Ballon und damit auch die Gondel richteten sich immer weiter auf, die übrigen Passagier durften einsteigen, was jetzt doch einige Kletterkünste erforderte. Langsam löste sich der Boden des Korbs vom Erdboden, die Festhalteleine die uns mit dem Begleitfahrzeug verband, spannte sich, und schließlich hieß es Leinen los und wir entschwebten.

Leider wehte der schwache Wind aus der falschen Richtung. Deshalb lag unser Haus leider nicht auf der Fahrtstrecke. Aber auch so war der Blick überwältigend. Man stelle sich vor, Bad Segeberg liege im Gebirge, wir hätten einen Gipfel erklommen, und können nun auf unsere Stadt herunterschauen. Dieser Vergleich kommt einem beim Blick auf unsere Stadt. Der Blick nach unten zeigt uns Baumkronen aus der Vogelperspektive, ein paar Rinderherden erschrecken sich vor diesem Ungetüm in der Luft, und versuchen Reißaus zu nehmen.

Es ist die Zeit der Rapsblüte. Das ist sowieso schon ein tolles Bild, aber welches Flugzeug kann sich schon leisten, auf eine Höhe von ca. 1,50 Meter heruntergehen und diese Schönheit aus der Nähe zu betrachten? Ein Ballon kann es. Gerade haben wir wieder ein wenig an Höhe gewonnen, da liegt doch glatt ein Knick vor uns. An einer Stelle ist der Knick etwas unterbrochen. Dem Piloten gelingt es, genau durch diese Lücke zu fahren. Auf einer kleinen Straße ist ein Cabrio mit ein paar jungen Leuten unterwegs, interessanterweise sind sie alle mit guten Kameras ausgerüstet, die sie jetzt einsetzen.

Es ist immer dunkler geworden. Noch in der Dämmerung finden wir eine Wiese, die zum Landen geeignet ist. Die Männer müssen schon einmal aussteigen und den Korb (nicht wirklich schwer) an den Rand der Wiese zu schieben, damit diese möglichst wenig durch die Räder des Begleitfahrzeugs beschädigt wird. Der Ballon verliert mehr und mehr an Luft, und liegt schließlich wieder langgestreckt als Stoffbahn auf der Wiese. Die Reste der Luft werden herausgedrückt, dabei wird die Hülle aufgerollt. Am Ende passt sie wieder in die Tasche mit 1,50 m.

Wir brauchten zwar viel heiße Luft, um nach oben zu kommen, dann half uns der Wind, um voranzukommen. Wir kamen zwar nicht dahin, wo wir hinwollten, aber es hat viel Spaß gemacht.

Ein windiges Abenteuer

Das Projekt läuft gut. Wie kommt das? Am Anfang hatte ich nicht das Gefühl. Ich kam spät dazu, viel später die Kollegen, die das Training und den Support in den anderen logistischen Modulen abdecken. Das Projekt war in der letzten Woche des User Acceptance Tests. In dieser Phase wird das vorproduktive System von den Mitgliedern des Core Teams auf Herz und Nieren geprüft. Auf der anderen Seite standen die Mitarbeiter des Beratungshauses, dass mit der Implementierung beauftragt worden, und mussten sich der Kritik des Core Teams stellen. Hinzu kamen wir als Trainer, die das Ganze an die Enduser vermitteln sollten.
Es kamen gefühlte 50-100 Personen zusammen. Sehr gut hat mir gefallen, dass es ein sehr internationales Team mit Asiaten, Amerikanern und Europäern war. Einer von den vielen hatte die Aufgabe, mir innerhalb von drei Tagen die Prozesse zu erklären. Wie bei einem Segeltörn, bei dem auch nicht alles planbar ist, bin ich durch die letzten zwei Monate gekommen. Der Wind, der mich vorangetrieben hat, ist mein Knowhow sowie die Vorgabe des Projekts, wie die Prozesse auszusehen haben, die ich vermitteln soll. Das Wasser, durch das ich gereist bin, sind meine Schüler. Das Ruder habe ich in der Hand, ich steuere das Schiff nach dem Kompasskurs, der mir vorgegeben wurde. Mal muss ich auch gegen den Wind kreuzen, mal gibt es Rückenwind. Beim Kreuzen ist es allerdings leichter, den Kurs zu halten. Wind von Achtern, also wenn die Schüler den Stoff fast verstanden haben, verleitet eher zu falschen Lenkbewegungen als wenn die Kollegen den Lernstoff hinterfragen.
Und damit sind wir bei dem Mittelmeertörn angelangt, an dem ich im Mai teilgenommen. Der Skipper, Dirk Schröder, ist auch als Männercoach in Deutschland und der Schweiz bestens bekannt. So war auch diese Tour, die sich in dem unglaublich schönen Segelrevier zwischen Sardinien und Korsika abspielte, mit interessantem Input für alle 10 Crewmitglieder verbunden. Besonders freue ich mich auf Dirks Buch, das im September vom Stapel laufen wird.
Hier der Link zu Dirks Website: http://www.dermaennercoach.de/

Es ist Sommer …

… und ich frage mich wo die Zeit seit meinem letzten Blog-Eintrag geblieben ist. Nicht wirklich, aber auch wenn ich versucht wäre, alles aufzuzählen, ich lasse es lieber, beschränke mich auf wenig Highlights.

Ich habe es geschafft, das erste Projekt ist gewonnen. Viele Anstrengungen habe ich unternommen, unzählbar die Projektangebote, denen ich nachgegangen bin. Oft war das Projekt bereits vergeben, meine Branche die falsche, der gewünschte Stundensatz zu hoch, oder der Kunde hat sich doch entschieden, die Aufgabe an einen internen Mitarbeiter zu vergeben. Und plötzlich kam ein Anruf, da ging es um eine Aufgabe, die nicht intern bewältigt werden konnte. Nach dem gewünschten Stundensatz wurde gar nicht gefragt, ich musste mich den Budgetzwängen beugen. Und es ist das erste Projekt in einer für mich neuen Branche (Chemie). Die Schnelligkeit, mit der das ganze passierte, versetzte mich in Staunen. Eine Woche hatte ich noch Schonzeit, dann ging es los.

Ich stieg in der späten Phase eines europaweiten SAP-Rolloutprojekts eines globalen Konzerns ein. Drei Tage hatte ich Zeit, mir die 8 verschiedenen Instandhaltungsvorgänge erklären zu lassen. Dann reiste mein Instruktor in sein Heimatland zurück, und in der darauffolgenden Woche stand ich vor einer Gruppe von Instandhaltern, die SAP nur vom Hörensagen kannten. Schritt für Schritt habe ich ihnen erklärt, wie SAP PM funktioniert. Und dann habe ich mit ihnen vorwärts und rückwärts von der Erzeugung einer Meldung bis zum technischen Abschluss des Auftrags alles geübt. Dabei habe ich erlebt, welche Widerstandskräfte am Anfang wirkten, die sich später in beginnende Routine und punktuell sogar in Begeisterung umwandelten.

Jetzt ist SAP produktiv gegangen, und ich begleite das Projekt noch weiter. In dieser Phase ist es wichtig, wie die Eingaben innerhalb der Möglichkeiten optimal vonstatten gehen. Es gibt sehr fähige Vordenker auf der Kundenseite, die ihren Betrieb bestens kennen, aber mich gerne ansprechen, wenn es einzelne SAP-Fragen gibt. Auf diese Weise lerne auch ich eine Menge dazu.

Begeistert bin ich von den vielen Nationen, die in diesem Projekt zusammenkommen. Ich lebe auf, wenn ich Menschen aus anderen Kulturen kennenlerne. Anfang Mai habe ich an einen 4-tägigen Seminar zum Thema Interkulturelle Kommunikation teilgenommen, und jetzt habe ich ein geniales Übungsfeld. Manche Konflikte können schneller beigelegt werden, wenn man einen Blick für das, was anders ist, hat.

Die Vermittlungsagentur, mit der ich zusammenarbeite, ist sehr gewissenhaft in ihrer Vorgehensweise. Die administrativen Voraussetzungen haben in ihrem Umfang manchmal ein wenig genervt, aber das Geld kommt pünktlich drei Wochen nach Monatsende, und ich kann mich auf die Auszahlung verlassen.

Ich bin nicht der einzige lokale Berater in diesem Projekt, es gibt noch drei andere für die anderen logistischen Module, ebenso wie ich sind sie Freelancer. Wir sind ohne viel Aufhebens zu einem kleinen Team zusammengewachsen, geben uns gegenseitig Hilfestellung und sitzen abends auch schon einmal zusammen und haben Spaß daran.

Ein Rätsel noch zum Schluss: Was ist auf dem Bild zu sehen, das auch meine Visitenkarte ziert, die von Julia Marx gestaltet worden ist. (http:/www.juliamarx.de)

Ich habe vor, zwei Awards zu verleihen. Einen (ausgelost) für die richtige Antwort, den anderen für die originellste

Was heißt „lösungsorientiert“?

Klausur im zweiten Semester Mathematik. Lineare Algebra ist angesagt, es geht um einen Schein, der notwendige Voraussetzung für die Zulassung zum Vordiplom ist. Bei der großen Masse an Studenten lässt es sich nicht vermeiden, dass sich mehr als einer (das sind mindestens zwei) zwischendurch in den sanitären Anlagen des Hörsaalgebäudes zusammentreffen. Beim Händewaschen fragt der eine den anderen: „Was hast du bei Aufgabe 2 heraus?“ (das war eine wahrlich knifflige Rechenorgie!). Antwort: „Ein Viertel.“ Große Erleichterung auf beiden Seiten, da die jeweiligen Lösungen übereinstimmen. Die Überprüfung der Lösung durch Einsetzen in die Ausgangsgleichung kann man sich jetzt möglicherweise sparen. Die Lösung ist das Ziel.

Nein, da ist etwas falsch verstanden worden. Was wir mit Befriedigung verglichen haben, war nicht die Lösung, sondern das Ergebnis. Hier fand eine Verwechslung von Weg und Ziel statt. Eine Standortbestimmung, aber keine Überprüfung des steinigen Weges. Es gibt immer verschiedene Wege, die nach Rom führen…

Da fällt mir unsere Reise nach Rom ein. Da unsere Maschine ab Hamburg wegen Bodennebel in London nicht verfügbar war, wurden wir umgebucht und kamen entsprechend verspätet am Flughafen Rom an. Um von dort unser Hotel zu erreichen, hatten wir den kostenpflichtigen Shuttle Service des Hauses gebucht. Leider war auf dem Infoblatt des Reisebüros ein Zahlendreher in der Nummer des Hotels, der Shuttle kam vergeblich und wir mussten zahlen. Zum Hotel kamen wir dann mit einem der vielen Standby Busse, der uns auch vor der Tür absetzte und für dieses Gelegenheitsgeschäft nur einen Bruchteil des Hotel Shuttles berechnete. Das Ergebnis war das gewünschte, die Lösung allerdings nicht, weil wir über den optimalen Lösungsweg nicht informiert waren.

Mein zweites Jahr als SAP-Entwickler. Eine meiner regelmäßigen Aufgaben ist das Monitoring der Systemperformance. Wöchentlich sichte ich die schlimmsten Langläufer. Diese sind wahre Ressourcenschlucker. SAP übernimmt keine Verantwortung für Standardprogramme, die einfach in den Z-Namensraum kopiert und darauf basierend angepasst wurden. Gigantische Tabellen werden täglich sequentiell in voller Länge abgesucht, um die Handvoll Anlagenbuchungen als Tagesjournal zu erhalten. Eine Strategie zur Performanceoptimierung habe ich bald entdeckt, als angestellter Entwickler beim Endanwender habe ich eine gewisse Narrenfreiheit, also wird gemacht. Am nächsten Tag gehe ich zum Anwender, und informiere ihn über den ewigen Langläufer. Natürlich nervt es auch ihn, immer wieder zu warten, bis er seine Liste generiert hat und ist happy, dass er dank meiner Lösungsidee jetzt schnellere Antwortzeiten hat.

War das lösungsorientiert? Jein, würde ich sagen. Natürlich gab es ein Problem, dass sich durch eine technische Maßnahme lösen ließ. Andererseits lieferte ich in diesem Fall die Lösung für ein Problem, dessen sich der Anwender noch gar nicht bewusst war. Zwar störte ihn die Langsamkeit des Programms, aber er war noch so in der alten Batchwelt verhaftet, dass ihm gar nicht die Idee kam, dass SAP R/3 als Echtzeitsystem verstanden werden konnte. Eine allgemeinere Betrachtung dieser Voraussetzungen hätte möglicherweise eine umfassendere Prozessoptimierung als nur die schnellere Antwort eines einzigen Programms gebracht. Kann man überhaupt von Lösungsorientierung ohne Problemanalyse sprechen? Ich freue mich auf Ihre Diskussionsbeiträge.

Einstand mit CV

Hallo Welt, könnte man so sagen. Nachdem ich mich bereits geraume Zeit auf verschiedenen anderen Plattformen tummele, bin ich nach mehrfacher Empfehlung auch bei WordPress gelandet.

Als Einstand möchte ich meinen aktuellen CV präsentieren, mit dem ich meine Dienste als SAP Berater, Projektmanager und Koordinator der SAP Entwicklung auch Ihnen gerne zur Verfügung stelle.