Es ist Sommer …

… und ich frage mich wo die Zeit seit meinem letzten Blog-Eintrag geblieben ist. Nicht wirklich, aber auch wenn ich versucht wäre, alles aufzuzählen, ich lasse es lieber, beschränke mich auf wenig Highlights.

Ich habe es geschafft, das erste Projekt ist gewonnen. Viele Anstrengungen habe ich unternommen, unzählbar die Projektangebote, denen ich nachgegangen bin. Oft war das Projekt bereits vergeben, meine Branche die falsche, der gewünschte Stundensatz zu hoch, oder der Kunde hat sich doch entschieden, die Aufgabe an einen internen Mitarbeiter zu vergeben. Und plötzlich kam ein Anruf, da ging es um eine Aufgabe, die nicht intern bewältigt werden konnte. Nach dem gewünschten Stundensatz wurde gar nicht gefragt, ich musste mich den Budgetzwängen beugen. Und es ist das erste Projekt in einer für mich neuen Branche (Chemie). Die Schnelligkeit, mit der das ganze passierte, versetzte mich in Staunen. Eine Woche hatte ich noch Schonzeit, dann ging es los.

Ich stieg in der späten Phase eines europaweiten SAP-Rolloutprojekts eines globalen Konzerns ein. Drei Tage hatte ich Zeit, mir die 8 verschiedenen Instandhaltungsvorgänge erklären zu lassen. Dann reiste mein Instruktor in sein Heimatland zurück, und in der darauffolgenden Woche stand ich vor einer Gruppe von Instandhaltern, die SAP nur vom Hörensagen kannten. Schritt für Schritt habe ich ihnen erklärt, wie SAP PM funktioniert. Und dann habe ich mit ihnen vorwärts und rückwärts von der Erzeugung einer Meldung bis zum technischen Abschluss des Auftrags alles geübt. Dabei habe ich erlebt, welche Widerstandskräfte am Anfang wirkten, die sich später in beginnende Routine und punktuell sogar in Begeisterung umwandelten.

Jetzt ist SAP produktiv gegangen, und ich begleite das Projekt noch weiter. In dieser Phase ist es wichtig, wie die Eingaben innerhalb der Möglichkeiten optimal vonstatten gehen. Es gibt sehr fähige Vordenker auf der Kundenseite, die ihren Betrieb bestens kennen, aber mich gerne ansprechen, wenn es einzelne SAP-Fragen gibt. Auf diese Weise lerne auch ich eine Menge dazu.

Begeistert bin ich von den vielen Nationen, die in diesem Projekt zusammenkommen. Ich lebe auf, wenn ich Menschen aus anderen Kulturen kennenlerne. Anfang Mai habe ich an einen 4-tägigen Seminar zum Thema Interkulturelle Kommunikation teilgenommen, und jetzt habe ich ein geniales Übungsfeld. Manche Konflikte können schneller beigelegt werden, wenn man einen Blick für das, was anders ist, hat.

Die Vermittlungsagentur, mit der ich zusammenarbeite, ist sehr gewissenhaft in ihrer Vorgehensweise. Die administrativen Voraussetzungen haben in ihrem Umfang manchmal ein wenig genervt, aber das Geld kommt pünktlich drei Wochen nach Monatsende, und ich kann mich auf die Auszahlung verlassen.

Ich bin nicht der einzige lokale Berater in diesem Projekt, es gibt noch drei andere für die anderen logistischen Module, ebenso wie ich sind sie Freelancer. Wir sind ohne viel Aufhebens zu einem kleinen Team zusammengewachsen, geben uns gegenseitig Hilfestellung und sitzen abends auch schon einmal zusammen und haben Spaß daran.

Ein Rätsel noch zum Schluss: Was ist auf dem Bild zu sehen, das auch meine Visitenkarte ziert, die von Julia Marx gestaltet worden ist. (http:/www.juliamarx.de)

Ich habe vor, zwei Awards zu verleihen. Einen (ausgelost) für die richtige Antwort, den anderen für die originellste

Was heißt „lösungsorientiert“?

Klausur im zweiten Semester Mathematik. Lineare Algebra ist angesagt, es geht um einen Schein, der notwendige Voraussetzung für die Zulassung zum Vordiplom ist. Bei der großen Masse an Studenten lässt es sich nicht vermeiden, dass sich mehr als einer (das sind mindestens zwei) zwischendurch in den sanitären Anlagen des Hörsaalgebäudes zusammentreffen. Beim Händewaschen fragt der eine den anderen: „Was hast du bei Aufgabe 2 heraus?“ (das war eine wahrlich knifflige Rechenorgie!). Antwort: „Ein Viertel.“ Große Erleichterung auf beiden Seiten, da die jeweiligen Lösungen übereinstimmen. Die Überprüfung der Lösung durch Einsetzen in die Ausgangsgleichung kann man sich jetzt möglicherweise sparen. Die Lösung ist das Ziel.

Nein, da ist etwas falsch verstanden worden. Was wir mit Befriedigung verglichen haben, war nicht die Lösung, sondern das Ergebnis. Hier fand eine Verwechslung von Weg und Ziel statt. Eine Standortbestimmung, aber keine Überprüfung des steinigen Weges. Es gibt immer verschiedene Wege, die nach Rom führen…

Da fällt mir unsere Reise nach Rom ein. Da unsere Maschine ab Hamburg wegen Bodennebel in London nicht verfügbar war, wurden wir umgebucht und kamen entsprechend verspätet am Flughafen Rom an. Um von dort unser Hotel zu erreichen, hatten wir den kostenpflichtigen Shuttle Service des Hauses gebucht. Leider war auf dem Infoblatt des Reisebüros ein Zahlendreher in der Nummer des Hotels, der Shuttle kam vergeblich und wir mussten zahlen. Zum Hotel kamen wir dann mit einem der vielen Standby Busse, der uns auch vor der Tür absetzte und für dieses Gelegenheitsgeschäft nur einen Bruchteil des Hotel Shuttles berechnete. Das Ergebnis war das gewünschte, die Lösung allerdings nicht, weil wir über den optimalen Lösungsweg nicht informiert waren.

Mein zweites Jahr als SAP-Entwickler. Eine meiner regelmäßigen Aufgaben ist das Monitoring der Systemperformance. Wöchentlich sichte ich die schlimmsten Langläufer. Diese sind wahre Ressourcenschlucker. SAP übernimmt keine Verantwortung für Standardprogramme, die einfach in den Z-Namensraum kopiert und darauf basierend angepasst wurden. Gigantische Tabellen werden täglich sequentiell in voller Länge abgesucht, um die Handvoll Anlagenbuchungen als Tagesjournal zu erhalten. Eine Strategie zur Performanceoptimierung habe ich bald entdeckt, als angestellter Entwickler beim Endanwender habe ich eine gewisse Narrenfreiheit, also wird gemacht. Am nächsten Tag gehe ich zum Anwender, und informiere ihn über den ewigen Langläufer. Natürlich nervt es auch ihn, immer wieder zu warten, bis er seine Liste generiert hat und ist happy, dass er dank meiner Lösungsidee jetzt schnellere Antwortzeiten hat.

War das lösungsorientiert? Jein, würde ich sagen. Natürlich gab es ein Problem, dass sich durch eine technische Maßnahme lösen ließ. Andererseits lieferte ich in diesem Fall die Lösung für ein Problem, dessen sich der Anwender noch gar nicht bewusst war. Zwar störte ihn die Langsamkeit des Programms, aber er war noch so in der alten Batchwelt verhaftet, dass ihm gar nicht die Idee kam, dass SAP R/3 als Echtzeitsystem verstanden werden konnte. Eine allgemeinere Betrachtung dieser Voraussetzungen hätte möglicherweise eine umfassendere Prozessoptimierung als nur die schnellere Antwort eines einzigen Programms gebracht. Kann man überhaupt von Lösungsorientierung ohne Problemanalyse sprechen? Ich freue mich auf Ihre Diskussionsbeiträge.

Einstand mit CV

Hallo Welt, könnte man so sagen. Nachdem ich mich bereits geraume Zeit auf verschiedenen anderen Plattformen tummele, bin ich nach mehrfacher Empfehlung auch bei WordPress gelandet.

Als Einstand möchte ich meinen aktuellen CV präsentieren, mit dem ich meine Dienste als SAP Berater, Projektmanager und Koordinator der SAP Entwicklung auch Ihnen gerne zur Verfügung stelle.